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18.11.2013
11:43

30 Jahre Morat Institut für Kunst und Kunstwissenschaft

 

Grußwort

Herrn Bürgermeister von Kirchbach

Ausstellung zu 30 Jahre Morat Institut für Kunst und Kunstwissenschaft,

70. Geburtstag Franz Armin Morat

Sonntag, 10. Nov. 2013, 12 Uhr

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

die Erfindung der elektrischen Rundstrick-maschine war eine der großen Revolutionen, die aus dem Schwarzwald kamen. Ich weiß zwar nicht, ob Franz Armin Morat oder seine Frau Eva solch eine Maschine [der elterlichen Erfindung] bedienen können.

Ganz sicher und seit Jahrzehnten offensichtlich  und uns allen zur Freude aber ist, dass sie beide, als Privatpersonen und mit Ihren Stiftungen, die Früchte dieser technischen Errungenschaft der Moderne kontinuierlich in die Entstehung der schönsten aller vorstellbaren Mehrwerte transformiert haben und weiter transformieren.

Hierfür sind Ihnen zahlreiche Künstler aller Generationen und unzählige Kunstfreunde nicht nur in Freiburg und der Region, sondern international zutiefst dankbar.

Und dank ihrer konsequenten Überführung Ihrer Sammlungen in die nun 30 Jahre bestehende Stiftung, werden sich auch nachfolgende Generationen an ihrem einzigartigen Kunstschatz erfreuen können.

Liebe Eva Morat,

lieber Franz Armin Morat,

sehr geehrter Herr Dr. Drischel,

sehr geehrter Herr Morath-Vogel,

sehr geehrter Herr Mc Keever, Kurator der Jubiläumsausstellung und berühmter Künstler in England

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, anlässlich des 30 jährigen Jubiläums des Morat-Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft und einen Tag vor dem 70. Geburtstag des Stifters Franz Armin Morat im Namen der Stadt Freiburg und des gesamten Gemeinderats die allerherzlichsten Glück-wünsche auszusprechen.

Zugleich möchte ich Ihnen, verehrter Herr Morat, tief empfundenen Dank sagen. Sie leben und arbeiten für die Kunst, für die Künstler und damit für das Gemeinwesen in einer Konsequenz, Liebe und Leidenschaft, die heute in unserer geschäftsmäßigen Welt und dem Markt- und Profit gesteuerten Kunstbetrieb leider nur noch selten anzutreffen ist.

[Gegen jeden Zeitgeist, absolut unbeirrt von Moden, Trends und Medialisierungen haben sie von Jugend an konsequent und beharrlich  gegen die Zerstreuung des Sehens und des Geistes gearbeitet. Ihr Leben und Wirken ist eine andauernde Demonstration für eine zutiefst konservative - oder am Ende doch vielleicht avantgardistische? - Welt- und Kunsterfahrung  durch den unbedingten Willen und Mut zu Konzentration und ästhetischer Erkenntnis.]

?Ich beharre darauf?, haben Sie einmal gesagt, ?dass das Territorium der Anschauung weiterhin sein Recht hat?.

Diesem Recht zu entsprechen, haben Sie eine in Deutschland einzigartige und international hoch anerkannte Sammlung aufgebaut und der Sammlung wie dem Recht auf Anschauung vor rund 20 Jahren mit diesen unprätentiösen Hallen in der Lörracher Straße einen adäquaten Ort geschenkt.

Diese ehemaligen Gewerbehallen, in denen sich alles um die direkte Begegnung mit der Kunst dreht, in denen es niemandem in den Sinn käme, diesen Ort als einen des ?Kunstbetriebs? miss zu deuten, gehören zu den schönsten Hallen für die Kunst weit und breit:

Und dies leisten die Hallen mit perfektem Licht und in Räumen, die den Besucherinnen und Besuchern in idealer Weise das zu Erleben ermöglichen, was Sie in Ihrer Sammlung angelegt haben: die intensive Zwiesprache mit und zwischen den Kunstwerken, die meist in ganzen und teilweise opulenten Werkgruppen einzelner Künstler gesammelt und auch ausgestellt werden.

Umfassend gebildet durch ausgedehnte Studien, ausgestattet mit einem Wissen und einem Gedächtnis, vor dem jeder Computer im Vergleich verblassen müsste, hätten sie sicher eine herausragende wissenschaftliche Karriere machen können.

Ebenso leicht wäre Ihnen dank der elterlichen Strickmaschine ein sorgenfreies und luxuriöses Leben möglich gewesen. Nichts aber lag Ihnen wahrscheinlich ferner, als die robusten Sandalen gegen Lackschuhe und Seidentuch zu tauschen.

Sie hatten einen anderen Traum. Und das schon als Jugendlicher.

Obwohl sie sich ja manchmal gern als Hausmeister, Museumswärter und Bibliothekar in Personalunion bezeichnen und alle diese Funktionen sicher in beispielloser Sensibilität für  Nuancen und Zwischentöne auch hervorragend  ausfüllen, sind sie doch vor allem eines: Sammler, Mäzen und Kunst- wie Künstlerförderer zugleich.

Sie sammeln nicht, um sich die Kunst einzuverleiben oder sie als Statussymbol schlicht zu besitzen, so wie es viele Sammler heute tun.

Ihnen liegt auch nicht daran, bestimmte Stilrichtungen, Epochen oder Moden durch exemplarische Kunstwerke nachzuzeichnen, wie es unsere Museen meist tun.

Sie dagegen haben sich immer den Luxus unbedingten Eigensinns geleistet, nur die Kunst zu sammeln, in der sie ganz persönlich eine besondere, immer rein künstlerische malerische oder skulpturale Qualität spürten, die ihnen bei der Suche nach der ?Wahrheit der Kunst? relevant erschien.

Und so wie bei Ihnen die Kunst und ihr Leben unauflösbar eines ist, verwundert es eigentlich gar nicht, dass ihnen die Künstler ebenso am Herzen liegen, wie deren Kunst.

Dass sie als Sammler vielen Künstlern zum Freund, zum großzügigen und uneigennützigen Förderer und gar nicht selten auch zum Lebensretter wurden. Dies sicher nicht als Samariter, sondern weil sie an die Künstler wirklich glauben und sowohl wissen als auch zeigen können, wie viel sie selbst den Künstlern und ihren Werken zu verdanken haben. Denn nur die Künstler erlauben ihnen, ihren Traum zu leben.

Lieber Herr Morat, ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sie diesen Traum noch einige Jahrzehnte weiter leben dürfen.

Ich wünsche es Ihnen, den Künstlerinnen und Künstlern, die Ihnen unglaublich viel zu verdanken haben und ich wünsche es uns allen, die wir durch ihr Institut, die Ausstellungen und Konzerte, immer wieder an diesem Traum teilhaben dürfen.

Lieber Herr Morat, Sie feiern Morgen Ihren 70. Geburtstag und es ich nicht üblich, Glück-wünsche davor zu überbringen. Von daher wünsche ich Ihnen heute erst einmal einen guten, fröhlichen Übergang ins neue Lebensjahrzehnt.

Ich danke Ihnen.

Grußwort
Herrn Bürgermeister von Kirchbach
Ausstellung zu 30 Jahre Morat Institut für Kunst und Kunstwissenschaft,
70. Geburtstag Franz Armin Morat
Sonntag, 10. Nov. 2013, 12 Uhr

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

die Erfindung der elektrischen Rundstrick-maschine war eine der großen Revolutionen, die aus dem Schwarzwald kamen. Ich weiß zwar nicht, ob Franz Armin Morat oder seine Frau Eva solch eine Maschine [der elterlichen Erfindung] bedienen können.

Ganz sicher und seit Jahrzehnten offensichtlich  und uns allen zur Freude aber ist, dass sie beide, als Privatpersonen und mit Ihren Stiftungen, die Früchte dieser technischen Errungenschaft der Moderne kontinuierlich in die Entstehung der schönsten aller vorstellbaren Mehrwerte transformiert haben und weiter transformieren.

Hierfür sind Ihnen zahlreiche Künstler aller Generationen und unzählige Kunstfreunde nicht nur in Freiburg und der Region, sondern international zutiefst dankbar.

Und dank ihrer konsequenten Überführung Ihrer Sammlungen in die nun 30 Jahre bestehende Stiftung, werden sich auch nachfolgende Generationen an ihrem einzigartigen Kunstschatz erfreuen können.

Liebe Eva Morat,

lieber Franz Armin Morat,

sehr geehrter Herr Dr. Drischel,

sehr geehrter Herr Morath-Vogel,

sehr geehrter Herr Mc Keever, Kurator der Jubiläumsausstellung und berühmter Künstler in England

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, anlässlich des 30 jährigen Jubiläums des Morat-Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft und einen Tag vor dem 70. Geburtstag des Stifters Franz Armin Morat im Namen der Stadt Freiburg und des gesamten Gemeinderats die allerherzlichsten Glück-wünsche auszusprechen.

Zugleich möchte ich Ihnen, verehrter Herr Morat, tief empfundenen Dank sagen. Sie leben und arbeiten für die Kunst, für die Künstler und damit für das Gemeinwesen in einer Konsequenz, Liebe und Leidenschaft, die heute in unserer geschäftsmäßigen Welt und dem Markt- und Profit gesteuerten Kunstbetrieb leider nur noch selten anzutreffen ist.

[Gegen jeden Zeitgeist, absolut unbeirrt von Moden, Trends und Medialisierungen haben sie von Jugend an konsequent und beharrlich  gegen die Zerstreuung des Sehens und des Geistes gearbeitet. Ihr Leben und Wirken ist eine andauernde Demonstration für eine zutiefst konservative - oder am Ende doch vielleicht avantgardistische? - Welt- und Kunsterfahrung  durch den unbedingten Willen und Mut zu Konzentration und ästhetischer Erkenntnis.]

"Ich beharre darauf", haben Sie einmal gesagt, "dass das Territorium der Anschauung weiterhin sein Recht hat".

Diesem Recht zu entsprechen, haben Sie eine in Deutschland einzigartige und international hoch anerkannte Sammlung aufgebaut und der Sammlung wie dem Recht auf Anschauung vor rund 20 Jahren mit diesen unprätentiösen Hallen in der Lörracher Straße einen adäquaten Ort geschenkt.

Diese ehemaligen Gewerbehallen, in denen sich alles um die direkte Begegnung mit der Kunst dreht, in denen es niemandem in den Sinn käme, diesen Ort als einen des "Kunstbetriebs" miss zu deuten, gehören zu den schönsten Hallen für die Kunst weit und breit:

Und dies leisten die Hallen mit perfektem Licht und in Räumen, die den Besucherinnen und Besuchern in idealer Weise das zu Erleben ermöglichen, was Sie in Ihrer Sammlung angelegt haben: die intensive Zwiesprache mit und zwischen den Kunstwerken, die meist in ganzen und teilweise opulenten Werkgruppen einzelner Künstler gesammelt und auch ausgestellt werden.

Umfassend gebildet durch ausgedehnte Studien, ausgestattet mit einem Wissen und einem Gedächtnis, vor dem jeder Computer im Vergleich verblassen müsste, hätten sie sicher eine herausragende wissenschaftliche Karriere machen können.

Ebenso leicht wäre Ihnen dank der elterlichen Strickmaschine ein sorgenfreies und luxuriöses Leben möglich gewesen. Nichts aber lag Ihnen wahrscheinlich ferner, als die robusten Sandalen gegen Lackschuhe und Seidentuch zu tauschen.

Sie hatten einen anderen Traum. Und das schon als Jugendlicher.

Obwohl sie sich ja manchmal gern als Hausmeister, Museumswärter und Bibliothekar in Personalunion bezeichnen und alle diese Funktionen sicher in beispielloser Sensibilität für Nuancen und Zwischentöne auch hervorragend  ausfüllen, sind sie doch vor allem eines: Sammler, Mäzen und Kunst- wie Künstlerförderer zugleich.

Sie sammeln nicht, um sich die Kunst einzuverleiben oder sie als Statussymbol schlicht zu besitzen, so wie es viele Sammler heute tun.

Ihnen liegt auch nicht daran, bestimmte Stilrichtungen, Epochen oder Moden durch exemplarische Kunstwerke nachzuzeichnen, wie es unsere Museen meist tun.

Sie dagegen haben sich immer den Luxus unbedingten Eigensinns geleistet, nur die Kunst zu sammeln, in der sie ganz persönlich eine besondere, immer rein künstlerische malerische oder skulpturale Qualität spürten, die ihnen bei der Suche nach der "Wahrheit der Kunst" relevant erschien.

Und so wie bei Ihnen die Kunst und ihr Leben unauflösbar eines ist, verwundert es eigentlich gar nicht, dass ihnen die Künstler ebenso am Herzen liegen, wie deren Kunst.

Dass sie als Sammler vielen Künstlern zum Freund, zum großzügigen und uneigennützigen Förderer und gar nicht selten auch zum Lebensretter wurden. Dies sicher nicht als Samariter, sondern weil sie an die Künstler wirklich glauben und sowohl wissen als auch zeigen können, wie viel sie selbst den Künstlern und ihren Werken zu verdanken haben. Denn nur die Künstler erlauben ihnen, ihren Traum zu leben.

Lieber Herr Morat, ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sie diesen Traum noch einige Jahrzehnte weiter leben dürfen.

Ich wünsche es Ihnen, den Künstlerinnen und Künstlern, die Ihnen unglaublich viel zu verdanken haben und ich wünsche es uns allen, die wir durch ihr Institut, die Ausstellungen und Konzerte, immer wieder an diesem Traum teilhaben dürfen.

Lieber Herr Morat, Sie feiern Morgen Ihren 70. Geburtstag und es ich nicht üblich, Glückwünsche davor zu überbringen. Von daher wünsche ich Ihnen heute erst einmal einen guten, fröhlichen Übergang ins neue Lebensjahrzehnt.

Ich danke Ihnen.


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