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05.02.2011
20:00

Bündnis gegen Depression

Am 31.01.2011 fand im überfüllten Winterer-Foyer des Theaters Freiburg
die Auftaktveranstaltung "Bündnis gegen Depression" in Freiburg statt.
Als Sozialbürgermeister hat es mich besonders gefreut, dass dieser
Auftakt ein so reges Interesse geweckt hat. Bereits im Jahr 2007 wurde
die Stadtverwaltung aufgrund einer überdurchschnittlich hohen Suizidrate
in der Stadt Freiburg, teils auch in den umliegenden Landkreisen, auf
die spezielle Lage von Menschen in Lebenskrisen und von depressiven
Menschen verstärkt aufmerksam. Auch wenn die Zahl der Suizide leicht
zurückging, so liegt sie doch weiter über dem Landesdurchschnitt und
fordert uns alle zum Handeln auf.

Von Seiten der Stadt halten wir daher ein langfristig wirksames Projekt
wie das "Bündnis gegen Depression" für außerordentlich wichtig, um auf
die Situation von Menschen mit Depressionen aufmerksam zu machen. Wir
freuen uns sehr, dass mit der Gründung des Vereins im April 2010 die
Grundlage für die Umsetzung dieses - auch in einigen anderen Städten
durchgeführten - Projektes nun auch in Freiburg geschaffen werden
konnte.

Das Depressionen in den letzten Jahren gesamtgesellschaftlich im Leben
jedes Einzelnen wieder eine zunehmende Rolle spielen, machen die Zahlen
sowohl der Krankenkassen hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit von
psychischen Erkrankungen als auch Einzelschicksale, wie die von Robert
Enke, leider nur all zu oft deutlich.
Sowohl im Vortrag von Prof. Berger - "Depression, Willensschwäche oder
Krankheit?" - und im Gespräch von Michael Brendler von der Badischen
Zeitung mit dem ehemaligen Bundeligaprofi, Andreas Biermann, wurden
diese Aspekte bei der Veranstaltung noch direkter beleuchtet.

Nach wie vor müssen wir jedoch leider davon ausgehen, dass die
Informationen zu depressiven Erkrankungen und das Wissen um
Hilfemöglichkeiten nicht ausreichend im Alltagswissen der Bürgerinnen
und Bürger verankert ist.

Dies zu ändern hat sich das "Freiburger Bündnis gegen Depression" bis
Ende 2013 zur Aufgabe gestellt.

Bündnisse sind gekennzeichnet durch ein gemeinsames Ziel von
gleichberechtigten Partnern und die Bildung von Allianzen. In Allianzen
verbinden sich Partner zudem in langfristigen Kooperationen.

All dies kennzeichnet bereits jetzt die Arbeit des Freiburger
Bündnisses gegen Depression:

- Durch die Ausbildung von 15 Trainerinnen und Trainern mit
unterschiedlichen Berufen im Hintergrund ist Grundlage für die
Durchführung von Informations- und Fortbildungsveranstaltungen in
vielen gesellschaftlichen Bereichen bereits gelegt.

- Öffentlichkeitsarbeit in öffentlichen Veranstaltungen, wie z.B.
Vorträge und Filmvorführungen, werden in den nächsten Monaten das
Thema "Depression" in den Mittelpunkt stellen.

Dies alles ist ausgelegt auf eine breite Beteiligung der Freiburger
Bevölkerung:
- sei es als Kooperationspartner
- Teilnehmender an Veranstaltungen, als Angehöriger oder Betroffener.

Wir hoffen von Seiten der Stadt, dass all diese Aktivitäten in den
nächsten 2-3 Jahren zu einem offeneren und aufgeklärteren Umgang mit
der für viele Menschen betreffende Krankheit der Depression führen
wird.

Aus der Überzeugung heraus, dass die Bewohnerinnen und Bewohner
Freiburgs auf vielen Ebenen von diesem Projekt profitieren werden, sind
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung an vielen
Stellen darauf ausgerichtet, dem Projekt jedwede Form der Unterstützung
zuteil werden zu lassen. Wir sehen uns als einen der Kooperationspartner
in der Allianz.

Ausdrücklich bedankte ich mich bei Frau Hirth, Herrn Prof. Dr. Berger
und Herrn Prof. Dr. Haag für die Initiierung dieses Projektes. Daneben
dankte ich auch den vielen Menschen, die schon jetzt durch ihre aktive
Beteiligung am Bündnis mitwirken.

Mit dieser Auftaktveranstaltung wurde ein weiterer Anstoß für die
Menschen in Freiburg gegeben:
Für eine aktive Beteiligung, Interesse an Veranstaltungen zum Thema
oder eine finanzielle Unterstützung des Bündnisses.

Mein Dank ging auch an die von Prof. Gerd Heinz selbst vorgetragenen
und initiierten künstlerischen Beiträge in Form von Gesang durch Ursula
Eittinger, Christoph Waltle und Prof. Hans-Peter Müller am Klavier.


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