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08.09.2014
15:00

Einweihung des Gedenksteines für Marina Zwetajewa

Grußwort zur Einweihung des Gedenksteines für Marina Zwetajewa,

am 19.06.2014, Marina Zwetajewa Museum Moskau

 

Dobry Denj, daragije drusja! (Guten Tag, liebe Freunde),

sehr geehrte Frau Atrokhina, [weitere namentlich zu erwähnende Anwesenden]

sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde!

Heute sind wir wieder hier, in diesem Museum, das für das Leben von Marina Zwetajewa so wichtig ist. Vor einem Jahr waren wir schon bei Ihnen zu Gast. Vor einem Jahr hatte ich schon die Gelegenheit, Ihr wunderbares Haus und diese einzigartige, innige Atmosphäre kennen zu lernen. In Vorbereitung dieser Reise kamen mir die Eindrücke von damals wieder in den Sinn. Es war sehr schön, Sie zu treffen, sich von Ihrer Begeisterung für Marina Zwetajewa inspirieren zu lassen. Die Gegenstände Ihres Museums, die Büste, die Bücher, die Bilder, das Grammophon, all? das haben alle Mitglieder unserer Delegation als Eindrücke nach Hause, nach Freiburg genommen.

Freiburg ist unser Zuhause, das für einige Monate auch zum Zuhause für Marina Zwetajewa und ihrer Familie wurde. Die Gedichte, die wir letztes Jahr hier gehört und vorgetragen haben, haben unseren Besuch zu einer ganz besonderen Angelegenheit werden lassen. Der Geist von Marina Zwetajewa lebt hier, in diesem Haus, und ich möchte sagen, der Geist von Marina Zwetajewa lebt auch in Freiburg.

Freiburg ist unsere weltoffene Stadt, die jedes Jahr viele Gäste empfängt und die unseren Besuchern sehr viel bietet. Nicht zuletzt unseren Besuchern, die sich mit der russischen Kultur verbunden fühlen.

Sie wissen, dass wir in Freiburg eine Gedenktafel haben, die am Haus in der Wallstraße 10 angebracht ist. In jenem Haus befand sich das Pensionat von Pauline und Annie Brink, wo die Schwestern Marina und Anastasija Zwetajewa als Kinder in den Jahren 1904 und 1905 gelebt haben. Sie wissen vielleicht auch, dass wir eine Straße haben, die nach Marina Zwetajewa benannt wurde. Das ist eine Ehre für unsere Stadt, dass der Name einer großen russischen Dichterin in Freiburg zum Greifen nahe geworden ist. In der Straße, die den Namen von Marina Zwetajewa trägt, leben Menschen und spielen Kinder.

Als wir diese Straße in Freiburg feierlich einweihen wollten, haben wir Anastasija Zwetajewa eingeladen. Sie ist zu diesem Zeitpunkt schon hochbetagt gewesen und konnte die Reise leider nicht antreten. Sie hat sich jedoch in einem rührenden Brief auf Deutsch für die Einladung bedankt. Vielleicht wissen Sie, dass die Stadt Freiburg mit Anastasija Zwetajewa in einem engen Kontakt stand und sie unterstützte. Auch für sie waren es wichtige und kostbare Erinnerungen, die sie mit Freiburg und mit dem Schwarzwald verband.

Die Liebe zu Deutschland haben Marina und Anastasija Zwetajewa von ihrer Mutter geerbt. Die Mutter, Maria Mejn, hatte deutsche Wurzeln. Für sie gab es keinen Widerspruch darin, Russland und Deutschland gleichermaßen zu lieben. Deswegen ist es für mich eine besondere Ehre, heute bei der Eröffnung des Gedenksteins ?Freiburg? hier zu sein, weil dieser Stein hier, in Bolschewo, uns immer an die leidenschaftliche Liebe erinnern wird, die Marina Zwetajewa für Deutschland empfand.

Warum ist es so wichtig, uns an diese Liebe zu erinnern? In diesem Jahr jährt sich zum 100. Mal der Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Für Menschen wie Marina Zwetajewa, die sich als europäische Bürger empfanden, war dies eine persönliche Tragödie.

Es bedeutet mir viel, heute hier zu sein. Es bedeutet mir viel, dass wir auf Einladung einer Kulturinstitution hierher gekommen sind. Wir leben in Zeiten, in denen die Völkerverständigung ein ganz besonders wichtiges Thema des interkulturellen Dialogs ist. Vor allem wir als Vertreter von Kulturinstitutionen, haben die besondere Verantwortung und die besondere Aufgabe, die Welt daran zu erinnern, was uns eint: Die Liebe zur eigenen Kultur und der Respekt vor der Kultur der anderen Nationen.

Lassen Sie uns diesen Tag als eine Mahnung an uns alle verstehen. Unsere große Aufgabe besteht darin, Kultur und die interkulturelle Verständigung aufrecht zu erhalten. Ich möchte Ihnen herzliche Grüße von Herrn Gernot Erler ausrichten, der Russland-Beauftragter der Bundesregierung und Mitglied des Bundestags ist. Er lebt auch in Freiburg. Auch er teilt den Gedanken, dass unser Dialog fortgesetzt werden muss. Als ein Symbol dieses Dialogs können wir die zweisprachige Ausgabe der Zwetajewa-Werke ansehen, die die Stadt Freiburg unterstützt und die im Oktober 2014 erscheinen wird.

Lassen Sie mich nochmal unterstreichen: Ich finde es ungemein wichtig, dass es Menschen wie Sie gibt, die mit ihrer Leidenschaft, mit ihrem fachlichen Wissen und einem großen Engagement das Erbe von Marina Zwetajewa bewahren. Vielen herzlichen Dank an alle, die diesen feierlichen Tag ermöglicht haben. Vielen Dank an alle, die nicht nur dieses Museum, sondern auch den kulturellen Dialog zwischen Russland und Deutschland am Leben erhalten werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Baljschoje spasiba sa wnimanije!

 

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18.11.2013
11:43

30 Jahre Morat Institut für Kunst und Kunstwissenschaft

 

Grußwort

Herrn Bürgermeister von Kirchbach

Ausstellung zu 30 Jahre Morat Institut für Kunst und Kunstwissenschaft,

70. Geburtstag Franz Armin Morat

Sonntag, 10. Nov. 2013, 12 Uhr

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

die Erfindung der elektrischen Rundstrick-maschine war eine der großen Revolutionen, die aus dem Schwarzwald kamen. Ich weiß zwar nicht, ob Franz Armin Morat oder seine Frau Eva solch eine Maschine [der elterlichen Erfindung] bedienen können.

Ganz sicher und seit Jahrzehnten offensichtlich  und uns allen zur Freude aber ist, dass sie beide, als Privatpersonen und mit Ihren Stiftungen, die Früchte dieser technischen Errungenschaft der Moderne kontinuierlich in die Entstehung der schönsten aller vorstellbaren Mehrwerte transformiert haben und weiter transformieren.

Hierfür sind Ihnen zahlreiche Künstler aller Generationen und unzählige Kunstfreunde nicht nur in Freiburg und der Region, sondern international zutiefst dankbar.

Und dank ihrer konsequenten Überführung Ihrer Sammlungen in die nun 30 Jahre bestehende Stiftung, werden sich auch nachfolgende Generationen an ihrem einzigartigen Kunstschatz erfreuen können.

Liebe Eva Morat,

lieber Franz Armin Morat,

sehr geehrter Herr Dr. Drischel,

sehr geehrter Herr Morath-Vogel,

sehr geehrter Herr Mc Keever, Kurator der Jubiläumsausstellung und berühmter Künstler in England

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, anlässlich des 30 jährigen Jubiläums des Morat-Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft und einen Tag vor dem 70. Geburtstag des Stifters Franz Armin Morat im Namen der Stadt Freiburg und des gesamten Gemeinderats die allerherzlichsten Glück-wünsche auszusprechen.

Zugleich möchte ich Ihnen, verehrter Herr Morat, tief empfundenen Dank sagen. Sie leben und arbeiten für die Kunst, für die Künstler und damit für das Gemeinwesen in einer Konsequenz, Liebe und Leidenschaft, die heute in unserer geschäftsmäßigen Welt und dem Markt- und Profit gesteuerten Kunstbetrieb leider nur noch selten anzutreffen ist.

[Gegen jeden Zeitgeist, absolut unbeirrt von Moden, Trends und Medialisierungen haben sie von Jugend an konsequent und beharrlich  gegen die Zerstreuung des Sehens und des Geistes gearbeitet. Ihr Leben und Wirken ist eine andauernde Demonstration für eine zutiefst konservative - oder am Ende doch vielleicht avantgardistische? - Welt- und Kunsterfahrung  durch den unbedingten Willen und Mut zu Konzentration und ästhetischer Erkenntnis.]

?Ich beharre darauf?, haben Sie einmal gesagt, ?dass das Territorium der Anschauung weiterhin sein Recht hat?.

Diesem Recht zu entsprechen, haben Sie eine in Deutschland einzigartige und international hoch anerkannte Sammlung aufgebaut und der Sammlung wie dem Recht auf Anschauung vor rund 20 Jahren mit diesen unprätentiösen Hallen in der Lörracher Straße einen adäquaten Ort geschenkt.

Diese ehemaligen Gewerbehallen, in denen sich alles um die direkte Begegnung mit der Kunst dreht, in denen es niemandem in den Sinn käme, diesen Ort als einen des ?Kunstbetriebs? miss zu deuten, gehören zu den schönsten Hallen für die Kunst weit und breit:

Und dies leisten die Hallen mit perfektem Licht und in Räumen, die den Besucherinnen und Besuchern in idealer Weise das zu Erleben ermöglichen, was Sie in Ihrer Sammlung angelegt haben: die intensive Zwiesprache mit und zwischen den Kunstwerken, die meist in ganzen und teilweise opulenten Werkgruppen einzelner Künstler gesammelt und auch ausgestellt werden.

Umfassend gebildet durch ausgedehnte Studien, ausgestattet mit einem Wissen und einem Gedächtnis, vor dem jeder Computer im Vergleich verblassen müsste, hätten sie sicher eine herausragende wissenschaftliche Karriere machen können.

Ebenso leicht wäre Ihnen dank der elterlichen Strickmaschine ein sorgenfreies und luxuriöses Leben möglich gewesen. Nichts aber lag Ihnen wahrscheinlich ferner, als die robusten Sandalen gegen Lackschuhe und Seidentuch zu tauschen.

Sie hatten einen anderen Traum. Und das schon als Jugendlicher.

Obwohl sie sich ja manchmal gern als Hausmeister, Museumswärter und Bibliothekar in Personalunion bezeichnen und alle diese Funktionen sicher in beispielloser Sensibilität für  Nuancen und Zwischentöne auch hervorragend  ausfüllen, sind sie doch vor allem eines: Sammler, Mäzen und Kunst- wie Künstlerförderer zugleich.

Sie sammeln nicht, um sich die Kunst einzuverleiben oder sie als Statussymbol schlicht zu besitzen, so wie es viele Sammler heute tun.

Ihnen liegt auch nicht daran, bestimmte Stilrichtungen, Epochen oder Moden durch exemplarische Kunstwerke nachzuzeichnen, wie es unsere Museen meist tun.

Sie dagegen haben sich immer den Luxus unbedingten Eigensinns geleistet, nur die Kunst zu sammeln, in der sie ganz persönlich eine besondere, immer rein künstlerische malerische oder skulpturale Qualität spürten, die ihnen bei der Suche nach der ?Wahrheit der Kunst? relevant erschien.

Und so wie bei Ihnen die Kunst und ihr Leben unauflösbar eines ist, verwundert es eigentlich gar nicht, dass ihnen die Künstler ebenso am Herzen liegen, wie deren Kunst.

Dass sie als Sammler vielen Künstlern zum Freund, zum großzügigen und uneigennützigen Förderer und gar nicht selten auch zum Lebensretter wurden. Dies sicher nicht als Samariter, sondern weil sie an die Künstler wirklich glauben und sowohl wissen als auch zeigen können, wie viel sie selbst den Künstlern und ihren Werken zu verdanken haben. Denn nur die Künstler erlauben ihnen, ihren Traum zu leben.

Lieber Herr Morat, ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sie diesen Traum noch einige Jahrzehnte weiter leben dürfen.

Ich wünsche es Ihnen, den Künstlerinnen und Künstlern, die Ihnen unglaublich viel zu verdanken haben und ich wünsche es uns allen, die wir durch ihr Institut, die Ausstellungen und Konzerte, immer wieder an diesem Traum teilhaben dürfen.

Lieber Herr Morat, Sie feiern Morgen Ihren 70. Geburtstag und es ich nicht üblich, Glück-wünsche davor zu überbringen. Von daher wünsche ich Ihnen heute erst einmal einen guten, fröhlichen Übergang ins neue Lebensjahrzehnt.

Ich danke Ihnen.

Grußwort
Herrn Bürgermeister von Kirchbach
Ausstellung zu 30 Jahre Morat Institut für Kunst und Kunstwissenschaft,
70. Geburtstag Franz Armin Morat
Sonntag, 10. Nov. 2013, 12 Uhr

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

die Erfindung der elektrischen Rundstrick-maschine war eine der großen Revolutionen, die aus dem Schwarzwald kamen. Ich weiß zwar nicht, ob Franz Armin Morat oder seine Frau Eva solch eine Maschine [der elterlichen Erfindung] bedienen können.

Ganz sicher und seit Jahrzehnten offensichtlich  und uns allen zur Freude aber ist, dass sie beide, als Privatpersonen und mit Ihren Stiftungen, die Früchte dieser technischen Errungenschaft der Moderne kontinuierlich in die Entstehung der schönsten aller vorstellbaren Mehrwerte transformiert haben und weiter transformieren.

Hierfür sind Ihnen zahlreiche Künstler aller Generationen und unzählige Kunstfreunde nicht nur in Freiburg und der Region, sondern international zutiefst dankbar.

Und dank ihrer konsequenten Überführung Ihrer Sammlungen in die nun 30 Jahre bestehende Stiftung, werden sich auch nachfolgende Generationen an ihrem einzigartigen Kunstschatz erfreuen können.

Liebe Eva Morat,

lieber Franz Armin Morat,

sehr geehrter Herr Dr. Drischel,

sehr geehrter Herr Morath-Vogel,

sehr geehrter Herr Mc Keever, Kurator der Jubiläumsausstellung und berühmter Künstler in England

meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich freue mich sehr, anlässlich des 30 jährigen Jubiläums des Morat-Instituts für Kunst und Kunstwissenschaft und einen Tag vor dem 70. Geburtstag des Stifters Franz Armin Morat im Namen der Stadt Freiburg und des gesamten Gemeinderats die allerherzlichsten Glück-wünsche auszusprechen.

Zugleich möchte ich Ihnen, verehrter Herr Morat, tief empfundenen Dank sagen. Sie leben und arbeiten für die Kunst, für die Künstler und damit für das Gemeinwesen in einer Konsequenz, Liebe und Leidenschaft, die heute in unserer geschäftsmäßigen Welt und dem Markt- und Profit gesteuerten Kunstbetrieb leider nur noch selten anzutreffen ist.

[Gegen jeden Zeitgeist, absolut unbeirrt von Moden, Trends und Medialisierungen haben sie von Jugend an konsequent und beharrlich  gegen die Zerstreuung des Sehens und des Geistes gearbeitet. Ihr Leben und Wirken ist eine andauernde Demonstration für eine zutiefst konservative - oder am Ende doch vielleicht avantgardistische? - Welt- und Kunsterfahrung  durch den unbedingten Willen und Mut zu Konzentration und ästhetischer Erkenntnis.]

"Ich beharre darauf", haben Sie einmal gesagt, "dass das Territorium der Anschauung weiterhin sein Recht hat".

Diesem Recht zu entsprechen, haben Sie eine in Deutschland einzigartige und international hoch anerkannte Sammlung aufgebaut und der Sammlung wie dem Recht auf Anschauung vor rund 20 Jahren mit diesen unprätentiösen Hallen in der Lörracher Straße einen adäquaten Ort geschenkt.

Diese ehemaligen Gewerbehallen, in denen sich alles um die direkte Begegnung mit der Kunst dreht, in denen es niemandem in den Sinn käme, diesen Ort als einen des "Kunstbetriebs" miss zu deuten, gehören zu den schönsten Hallen für die Kunst weit und breit:

Und dies leisten die Hallen mit perfektem Licht und in Räumen, die den Besucherinnen und Besuchern in idealer Weise das zu Erleben ermöglichen, was Sie in Ihrer Sammlung angelegt haben: die intensive Zwiesprache mit und zwischen den Kunstwerken, die meist in ganzen und teilweise opulenten Werkgruppen einzelner Künstler gesammelt und auch ausgestellt werden.

Umfassend gebildet durch ausgedehnte Studien, ausgestattet mit einem Wissen und einem Gedächtnis, vor dem jeder Computer im Vergleich verblassen müsste, hätten sie sicher eine herausragende wissenschaftliche Karriere machen können.

Ebenso leicht wäre Ihnen dank der elterlichen Strickmaschine ein sorgenfreies und luxuriöses Leben möglich gewesen. Nichts aber lag Ihnen wahrscheinlich ferner, als die robusten Sandalen gegen Lackschuhe und Seidentuch zu tauschen.

Sie hatten einen anderen Traum. Und das schon als Jugendlicher.

Obwohl sie sich ja manchmal gern als Hausmeister, Museumswärter und Bibliothekar in Personalunion bezeichnen und alle diese Funktionen sicher in beispielloser Sensibilität für Nuancen und Zwischentöne auch hervorragend  ausfüllen, sind sie doch vor allem eines: Sammler, Mäzen und Kunst- wie Künstlerförderer zugleich.

Sie sammeln nicht, um sich die Kunst einzuverleiben oder sie als Statussymbol schlicht zu besitzen, so wie es viele Sammler heute tun.

Ihnen liegt auch nicht daran, bestimmte Stilrichtungen, Epochen oder Moden durch exemplarische Kunstwerke nachzuzeichnen, wie es unsere Museen meist tun.

Sie dagegen haben sich immer den Luxus unbedingten Eigensinns geleistet, nur die Kunst zu sammeln, in der sie ganz persönlich eine besondere, immer rein künstlerische malerische oder skulpturale Qualität spürten, die ihnen bei der Suche nach der "Wahrheit der Kunst" relevant erschien.

Und so wie bei Ihnen die Kunst und ihr Leben unauflösbar eines ist, verwundert es eigentlich gar nicht, dass ihnen die Künstler ebenso am Herzen liegen, wie deren Kunst.

Dass sie als Sammler vielen Künstlern zum Freund, zum großzügigen und uneigennützigen Förderer und gar nicht selten auch zum Lebensretter wurden. Dies sicher nicht als Samariter, sondern weil sie an die Künstler wirklich glauben und sowohl wissen als auch zeigen können, wie viel sie selbst den Künstlern und ihren Werken zu verdanken haben. Denn nur die Künstler erlauben ihnen, ihren Traum zu leben.

Lieber Herr Morat, ich wünsche Ihnen von Herzen, dass sie diesen Traum noch einige Jahrzehnte weiter leben dürfen.

Ich wünsche es Ihnen, den Künstlerinnen und Künstlern, die Ihnen unglaublich viel zu verdanken haben und ich wünsche es uns allen, die wir durch ihr Institut, die Ausstellungen und Konzerte, immer wieder an diesem Traum teilhaben dürfen.

Lieber Herr Morat, Sie feiern Morgen Ihren 70. Geburtstag und es ich nicht üblich, Glückwünsche davor zu überbringen. Von daher wünsche ich Ihnen heute erst einmal einen guten, fröhlichen Übergang ins neue Lebensjahrzehnt.

Ich danke Ihnen.

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02.07.2013
14:52

Eröffnung der 21. Baden-Württembergischen Theatertage am 14.06.2013 im Congress Centrum in Pforzheim

 

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Walter,

sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Hager,

sehr geehrter Herr Yeginer,

sehr geehrte Vorstandskolleginnen und

?kollegen im Bühnenverein,

liebe Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und der Ba-Wü Theater,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

als Vorsitzender des Bühnenvereins heiße ich Sie ganz herzlich zu den 21. Ba-Wü Theatertagen hier in Pforzheim willkommen.

In den nächsten 9 Tagen werden 27 Theater, davon 12 Kinder- und Jugendtheater, die Vielfalt, den Tiefgang die Leistungsfähigkeit und vieles andere mehr, unserer Theater-landschaft hier in Baden-Württemberg präsentieren.

Gleichzeitig freue ich mich, dass zu den

21. Ba-Wü Theatertagen die Dokumentation aller Ba-Wü Theatertage seit 1968 fertiggestellt wurde.

Diese Dokumentation war überfällig und ich freue mich sehr, dass wir dies jetzt vom Bühnenverein mit Unterstützung des Landes realisieren konnten.

Bei der Lektüre werden Sie sehen, dass sich der Aufwand gelohnt hat:

Es ist eine spannende Reise durch die Vielfalt der Ba-Wü Bühnenlandschaft und auch eine Zeitreise durch die Geschichte der Theatertage die 1968 erstmals stattgefunden hat und seit 1977 alle zwei Jahre durchge-führt wurde.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

kaum ein anderes Bundesland kann auf so ein einzigartiges Theaterfestival blicken,

ein Festival, das unsere überaus reiche und aktive Theaterlandschaft mit ihren Landes- und Kommunaltheatern sowie den Landes-bühnen unterstreicht.

Diese Vielfalt ist auch nur möglich, dank des großen und dauerhaften finanziellen Engagements der mittleren und großen Städte und des Landes Baden-Württemberg. Es ist zu hoffen, dass auch in Zukunft die Kunst und Kultur, und speziell hier unsere Theater in diesem Land, weiterhin die Aufmerksamkeit erfährt und auch die finanziellen Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen, die notwendig sind, um die bisherige Arbeit auf dem erreichten hohen Niveau fortzuführen.

Als Schaufenster der Theaterlandschaft sind die Theatertage ganz wichtig.

So stand bei den allerersten Theatertagen in Freiburg in der Badischen-Zeitung das Zitat: ?Es ist zu hoffen, dass die Theatertage die Unentbehrlichkeit eines wichtigen Kulturträgers unserer Zeit, nämlich des Theaters, entsprechend unterstreichen.?

Und dieser Satz gilt auf jeden Fall noch heute, auch wenn sich die Prioritäten zum Teil geändert haben.

Spektakulär ist in der Tat, dass die Theatertage nun schon seit 1968 stattfinden. Man muss immer wieder deutlich machen, dass eben auch manchmal das Kontinuierliche das Aufregende ist.

Ich bedanke mich bei allen Theatern, die in diesem Jahr wieder mit dabei sind.

Jedes Gastspiel ist zunächst einmal ein Aufwand, aber alle Theater wissen, dass sie auch einiges wieder zurückbekommen, denn man profitiert ja auch davon, einmal in einer anderen Stadt, vor einem anderen Publikum, zu spielen und man profitiert auch davon, wenn man selbst einmal Ausrichter war.

Ich bedanke mich beim Theater Pforzheim und hier insbesondere beim Schauspieldirektor des Theaters Pforzheim und Künstlerischen Leiter der Theatertage, bei Murat Yeginer.

Mein Dank gilt auch der Organisationsleitung Martina Leidig, die ja schon einige Theatertage in bewährter Manier organisiert und betreut hat.

Ein Dank gilt auch Georgia Eilert, als Chefdramaturgin des Theaters Pforzheim.

Das Motto der 21. Auflage ist ?Fremdwahrnehmung?.

Diese Fremdwahrnehmung ist für jeden persönlich immer wichtig.

Es ist aber auch wichtig für ein Theater, für eine Stadt oder für ein Land, denn die Selbstwahrnehmung kann durch Abwehrmechanismen, wie Verzerrung, Verweigerung oder Verdrängung beeinträchtigt werden und dadurch auch zu Selbsttäuschungen führen.

Unsere Theater waren und sind immer auf dem Weg sich am kritischen Wechsel zwischen Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung zu definieren und immer auch darzustellen, weshalb unsere Theater für unsere Gesellschaft, speziell für die Stadtgesellschaft von heute, so eminent wichtig sind.

Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern aus Pforzheim,

aus der Region und weit darüber hinaus, viele packende Theatererlebnisse, viele Erfahrungen und viele Diskussionen untereinander und viele weiterbringende Begegnungen.

Ich wünsche den 21. Ba-Wü Theatertagen ein gutes Gelingen.

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Walter,

sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Hager,

sehr geehrter Herr Yeginer,

sehr geehrte Vorstandskolleginnen und -kollegen im Bühnenverein,

liebe Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen und der Ba-Wü Theater,

meine sehr geehrten Damen und Herren,

 

als Vorsitzender des Bühnenvereins heiße ich Sie ganz herzlich zu den 21. Ba-Wü Theatertagen hier in Pforzheim willkommen.

In den nächsten 9 Tagen werden 27 Theater, davon 12 Kinder- und Jugendtheater, die Vielfalt, den Tiefgang die Leistungsfähigkeit und vieles andere mehr, unserer Theater-landschaft hier in Baden-Württemberg präsentieren.

Gleichzeitig freue ich mich, dass zu den 21. Ba-Wü Theatertagen die Dokumentation aller Ba-Wü Theatertage seit 1968 fertiggestellt wurde.

Diese Dokumentation war überfällig und ich freue mich sehr, dass wir dies jetzt vom Bühnenverein mit Unterstützung des Landes realisieren konnten.

Bei der Lektüre werden Sie sehen, dass sich der Aufwand gelohnt hat:

Es ist eine spannende Reise durch die Vielfalt der Ba-Wü Bühnenlandschaft und auch eine Zeitreise durch die Geschichte der Theatertage die 1968 erstmals stattgefunden hat und seit 1977 alle zwei Jahre durchge-führt wurde.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

kaum ein anderes Bundesland kann auf so ein einzigartiges Theaterfestival blicken,

ein Festival, das unsere überaus reiche und aktive Theaterlandschaft mit ihren Landes- und Kommunaltheatern sowie den Landes-bühnen unterstreicht.

Diese Vielfalt ist auch nur möglich, dank des großen und dauerhaften finanziellen Engagements der mittleren und großen Städte und des Landes Baden-Württemberg. Es ist zu hoffen, dass auch in Zukunft die Kunst und Kultur, und speziell hier unsere Theater in diesem Land, weiterhin die Aufmerksamkeit erfährt und auch die finanziellen Ressourcen zur Verfügung gestellt bekommen, die notwendig sind, um die bisherige Arbeit auf dem erreichten hohen Niveau fortzuführen.

Als Schaufenster der Theaterlandschaft sind die Theatertage ganz wichtig.

So stand bei den allerersten Theatertagen in Freiburg in der Badischen-Zeitung das Zitat: ?Es ist zu hoffen, dass die Theatertage die Unentbehrlichkeit eines wichtigen Kulturträgers unserer Zeit, nämlich des Theaters, entsprechend unterstreichen.?

Und dieser Satz gilt auf jeden Fall noch heute, auch wenn sich die Prioritäten zum Teil geändert haben.

Spektakulär ist in der Tat, dass die Theatertage nun schon seit 1968 stattfinden. Man muss immer wieder deutlich machen, dass eben auch manchmal das Kontinuierliche das Aufregende ist.

Ich bedanke mich bei allen Theatern, die in diesem Jahr wieder mit dabei sind.

Jedes Gastspiel ist zunächst einmal ein Aufwand, aber alle Theater wissen, dass sie auch einiges wieder zurückbekommen, denn man profitiert ja auch davon, einmal in einer anderen Stadt, vor einem anderen Publikum, zu spielen und man profitiert auch davon, wenn man selbst einmal Ausrichter war.

Ich bedanke mich beim Theater Pforzheim und hier insbesondere beim Schauspieldirektor des Theaters Pforzheim und Künstlerischen Leiter der Theatertage, bei Murat Yeginer.

Mein Dank gilt auch der Organisationsleitung Martina Leidig, die ja schon einige Theatertage in bewährter Manier organisiert und betreut hat.

Ein Dank gilt auch Georgia Eilert, als Chefdramaturgin des Theaters Pforzheim.

Das Motto der 21. Auflage ist ?Fremdwahrnehmung?.

Diese Fremdwahrnehmung ist für jeden persönlich immer wichtig.

Es ist aber auch wichtig für ein Theater, für eine Stadt oder für ein Land, denn die Selbstwahrnehmung kann durch Abwehrmechanismen, wie Verzerrung, Verweigerung oder Verdrängung beeinträchtigt werden und dadurch auch zu Selbsttäuschungen führen.

Unsere Theater waren und sind immer auf dem Weg sich am kritischen Wechsel zwischen Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung zu definieren und immer auch darzustellen, weshalb unsere Theater für unsere Gesellschaft, speziell für die Stadtgesellschaft von heute, so eminent wichtig sind.

Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern aus Pforzheim,

aus der Region und weit darüber hinaus, viele packende Theatererlebnisse, viele Erfahrungen und viele Diskussionen untereinander und viele weiterbringende Begegnungen.

Ich wünsche den 21. Ba-Wü Theatertagen ein gutes Gelingen.

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08.10.2012
19:40

125 Jahre Philharmonisches Orchester Freiburg

 

Grußwort von Herrn v. Kirchbach

anlässlich des 125 jährigen Jubiläums des Philharmonischen Orchesters am 30.09.2012 im Konzerthaus Freiburg

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

sehr geehrte Konzertbesucherinnen und ?besucher,

liebes junggebliebenes Geburtstagskind,

der Bühnenverein Baden-Württemberg gratuliert - auch für seinen Dachverband und im Namen seines Präsidenten Prof. Klaus Zehelein - ganz herzlich zu diesem außergewöhnlichen Geburtstag.

Wohl einer Stadt, die seit 125 Jahren ein solches Orchester hat. Und ich füge auch gleich hinzu: wohl einem Orchester, das eine solche Stadt hat. Eine Stadt, die sich in vielen Höhen und Tiefen immer zu ihrem Orchester bekannt hat als das Orchester der Stadt Freiburg. Dies ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die es aber zu betonen gilt in einer Zeit, in der andere Gewährsträger musikalischer Klangkörper sich aus ihrer Verantwortung stehlen und einen kulturpolitischen Flurschaden ohnegleichen anrichten.

Die Entscheidung des Rundfunkrates vom letzten Freitag, technogratisch vorbereitet, und kulturvergessen herbeigeführt, kann nicht scharf genug gegeißelt werden.

Mit 125 Jahren ist das Philharmonische Orchester eines der ältesten kommunalen Orchester, und trotz seiner Jahresringe ist es ein junggebliebenes, ein frisches , ein motiviertes, ein herausragendes, ein flexibles Orchester. Und ein klangschönes dazu.

Beim Philharmonischen Orchester Freiburg hat man den Eindruck, je älter es wird, umso besser wird es.

Das Repertoire weist auch in der Jubiläumsspielzeit eine große Bandbreite auf, die von diesem wunderbar lernfähigen Orchester sicher wieder sehr gut bewältigt wird. Fast könnte ich sagen, mühelos, aber das ist es nicht; wer etwas aus dem Ärmel schüttelt oder spielt, muss zuerst einiges an Arbeit hineininvestiert haben bzw. mit dem Dirigenten erarbeitet haben.

Die Offenheit, die innovativen Programme, die Flexibilität und die künstlerisch überzeugenden Interpretationen machen das Profil und die Tradition dieses unseres Klangkörpers aus.

Als Bühnenvereinsvorsitzender Baden-Württembergs gratuliere ich der Stadt zu diesem Orchester und als Kulturbürgermeister dieser Stadt sage ich, dass uns diese künstlerische Erfolgsgeschichte weiterhin Ansporn und Verpflichtung sein wird.

Mein Wunsch ist, dass die neue ausgehandelte Zielverbeinbarung zwischen dem Theater Freiburg und der Stadt vom Gemeinderat auch so beschlossen wird.

Damit wären die Voraussetzungen geschaffen, dass Frau Intendantin Mundel und Herr Generalmusikdirektor Bollon ihre Verträge bis 2016 verlängern können.

Mein Dank gilt allen Dirigenten, die bis heute das Orchester geprägt haben, und auch allen Musikerinnen und Musikern, die ihren Beitrag zum Erfolg in den zurückliegenden Jahrzehnten geleistet haben.

Ich wünsche diesem wunderbaren Orchester alles Gute für die Zukunft.

Grußwort von Herrn v. Kirchbach anlässlich des 125 jährigen Jubiläums des Philharmonischen Orchesters am 30.09.2012 im Konzerthaus Freiburg

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

sehr geehrte Konzertbesucherinnen und -besucher,

liebes junggebliebenes Geburtstagskind,

 

der Bühnenverein Baden-Württemberg gratuliert - auch für seinen Dachverband und im Namen seines Präsidenten Prof. Klaus Zehelein - ganz herzlich zu diesem außergewöhnlichen Geburtstag.

Wohl einer Stadt, die seit 125 Jahren ein solches Orchester hat. Und ich füge auch gleich hinzu: wohl einem Orchester, das eine solche Stadt hat. Eine Stadt, die sich in vielen Höhen und Tiefen immer zu ihrem Orchester bekannt hat als das Orchester der Stadt Freiburg. Dies ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die es aber zu betonen gilt in einer Zeit, in der andere Gewährsträger musikalischer Klangkörper sich aus ihrer Verantwortung stehlen und einen kulturpolitischen Flurschaden ohnegleichen anrichten.

Die Entscheidung des Rundfunkrates vom letzten Freitag, technogratisch vorbereitet, und kulturvergessen herbeigeführt, kann nicht scharf genug gegeißelt werden.

Mit 125 Jahren ist das Philharmonische Orchester eines der ältesten kommunalen Orchester, und trotz seiner Jahresringe ist es ein junggebliebenes, ein frisches , ein motiviertes, ein herausragendes, ein flexibles Orchester. Und ein klangschönes dazu.

Beim Philharmonischen Orchester Freiburg hat man den Eindruck, je älter es wird, umso besser wird es.

Das Repertoire weist auch in der Jubiläumsspielzeit eine große Bandbreite auf, die von diesem wunderbar lernfähigen Orchester sicher wieder sehr gut bewältigt wird. Fast könnte ich sagen, mühelos, aber das ist es nicht; wer etwas aus dem Ärmel schüttelt oder spielt, muss zuerst einiges an Arbeit hineininvestiert haben bzw. mit dem Dirigenten erarbeitet haben.

Die Offenheit, die innovativen Programme, die Flexibilität und die künstlerisch überzeugenden Interpretationen machen das Profil und die Tradition dieses unseres Klangkörpers aus.

Als Bühnenvereinsvorsitzender Baden-Württembergs gratuliere ich der Stadt zu diesem Orchester und als Kulturbürgermeister dieser Stadt sage ich, dass uns diese künstlerische Erfolgsgeschichte weiterhin Ansporn und Verpflichtung sein wird.

Mein Wunsch ist, dass die neue ausgehandelte Zielverbeinbarung zwischen dem Theater Freiburg und der Stadt vom Gemeinderat auch so beschlossen wird.

Damit wären die Voraussetzungen geschaffen, dass Frau Intendantin Mundel und Herr Generalmusikdirektor Bollon ihre Verträge bis 2016 verlängern können.

Mein Dank gilt allen Dirigenten, die bis heute das Orchester geprägt haben, und auch allen Musikerinnen und Musikern, die ihren Beitrag zum Erfolg in den zurückliegenden Jahrzehnten geleistet haben.

Ich wünsche diesem wunderbaren Orchester alles Gute für die Zukunft.

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31.05.2012
14:10

Verleihung des Reinhold-Schneider-Preises

Am 18.04.2012 durfte ich für die Stadt den Reinhold-Schneider-Preis an Herrn Prof.Rainer Kußmaul (Hauptpreis), Herrn Günter Buchwald sowie an das Cecile Verny Quartett, überreichen.

Der Reinhold-Schneider-Preis war und ist ein wichtiger Kristallisationspunkt für die Identifikation der Bürgerschaft mit dem geistigen und kulturellen Leben der Stadt.

Das hängt sicher damit zusammen, dass die Satzung zur Vergabe des Preises eine enge Verbindung der Preisträger zu Freiburg und seiner Region fordert. Und so ist auch die Nähe und Verbundenheit der Preisträgerinnen und Preisträger mit Freiburg und seiner Musikszene offensichtlich und intensiv.

Gedankt sei auch den Jury-Mitgliedern für ihre kompetente Mitarbeit am Auswahlverfahren, für die offenen und engagierten Dispute, die wir in den Sitzungen geführt haben. Diskussionen, die bestimmt waren von der Vorgabe, den nach Reinhold Schneider benannten Kulturpreis unserer Stadt nach höchsten künstlerischen Kriterien angemessen zu vergeben.

Der Hauptpreis ging an Herr Professor Kussmaul. Es gibt selbst in einer Stadt wie Freiburg mit einer so vielfältigen und hochrangigen Szene der klassischen Musik nur wenige, die auf eine so brillante Karriere als Orchestermusiker, als Solist und als Lehrer zurückschauen können. HIer nur einige Stichworte:

- Mitbegründer des Stuttgarter Klaviertrio
- Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker
- Konzerte mit nahezu allen renommierten Orchestern in Deutschland und Europa
- Hochschullehrer in Freiburg und Meisterkurse in Australien, den USA, in Kanada, Japan, China, Schweden, um nur einige zu nennen
- Mitbegründer der Freiburger Berliner Barocksolisten.

Herr Kussmaul ist als Musiker gewiss so etwas wie ein Kosmopolit mit Konzerten und Lehrtätigkeiten in der ganzen Welt. Aber Freiburg ist immer so etwas wie seine Mitte geblieben, vor allem die Musikhochschule und die Arbeit mit Ihren Studierenden.

Weitere Preisträger sind Günter Buchwald und das Cecile Verny Quartett.

Günter Buchwald hat eine Kunstgattung wieder zum Leben erweckt, die die meisten von uns gar nicht mehr kennen: Nämlich Stummfilme aus den Anfängen des Films. Weil man damals noch keinen Ton aufnehmen konnte, wurden diese Filme von Pianisten oder auch kleinen Orchestern begleitet. In einer Zeit der 3-D-Kinos, mit ausgeklügelten Soundproduktionen ist das fast nicht mehr vorstellbar. Günter Buchwald hat dafür gesorgt, dass diese so wichtige Phase nicht vergessen wird. Er ist ein gefragter Musiker aus allen führenden Festivals der Welt, hat in mehr als 2000 Filmkonzerten gespielt und für viele auch die Musik neu geschrieben. Mit dem Preis wird eine großartige und verdienstvolle Arbeit gewürdigt. Großartig, weil er mit den Konzerten vielen Menschen das Medium Film auf eine völlig neue Art präsentieren und interpretieren, vor allem durch die Erfahrung, dass ein Stummfilm klingen kann. Verdienstvoll deshalb, weil Sie damit Kulturgut vor dem Vergessen retten und wieder zugänglich machen.

MIt Cecile Verny, Andreas Erchinger, Bernd Heitzler und Lars Binder, wurde das Cecile Verny Quartett mit dem Reinhold-Schneider-Preis als eine der wichtigsten Stimmen im europäischen Jazz geehrt. Die Wurzeln von Cecile Verny sind die Musik Ihrer ursprünglichen Heimat Westafrika, ist der amerikanische Jazz, ist auch das französische Chanson. Wer über Jahre hinweg die Laufbahn des Cecile Verny Quartetts verfolgt hat, der kann die Veränderung spüren – eine Veränderung, die auch immer etwas mit Suchen und Entdecken zu tun hat. Wir neigen dazu, Musik in Genre-Schubladen zu packen: Klassik, Pop, Rock, Jazz, E- oder U-Musik. Die Musiker mit Cecile Verny in ihrer Mitte lässt lassen sich nicht in eine Schublade einordnen, sondern sie singt singen und spielt spielen im Sinne des Wortes „Weltmusik“. Dies wird am stärksten hörbar in dem neuen Programm „Keep Some Secrets Within“.

1960, zwei Jahre nach Reinhold Schneiders Tod, hat die Stadt Freiburg zum ersten Mal den Reinhold-Schneider-Preis verliehen. Der Gemeinderat hat seinerzeit im Vorfeld durchaus kontrovers über die Installation eines Kulturpreises, seine Dotierung und seine Namensgebung debattiert.

Auch wenn die Benennung nach Reinhold Schneider sich heutzutage vielleicht nicht jedem erschließt, so war es doch eine kluge, angemessene, immer noch gültige und würdige Entscheidung, den einzigen Kulturpreis der Stadt Freiburg nach diesem unangepassten Menschen zu benennen.

Reinhold Schneider war nicht nur als Künstler und Schriftsteller mit der der Kunst eigenen Kompromisslosigkeit tätig. Mit der gleichen Kompromisslosigkeit hat er während seines ganzen Lebens mit hoher moralischer Integrität zum Geschehen der Welt Stellung bezogen. Ein Leben lang hat sich Schneider mit Europa, seiner Geschichte, Philosophie und Literatur auseinander gesetzt. Er verstand sich in seinem Schreiben als Christ und als christlichen Dichter, als „Unruhestifter, Ankläger, verhasst den Mächtigen, unerwünscht den Oberhirten.

Dieser Geist von Kompromisslosigkeit und Eigensinn im besten Verständnis des Wortes zeichnet auch das Wirken der diesjährigen Reinhold-Schneider-Preisträger/innen aus.

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02.11.2011
15:27

Jubiläum des Arbeitskreises Behinderter an der Christuskirche

Am 8. Oktober 2011 fand das 40-jährige Jubiläum des Arbeitskreises Behinderter an der Christuskirche statt.

Zum Jubiläum überbrachte ich die Gratulation für die Stadt Freiburg.

Ich rief in Erinnerung, was im Jahr 1971 welt- und bundespolitisch alles passiert ist (Brandt hat den Friedensnobelpreis erhalten, in der Schweiz wird das aktive und passive Wahlrecht für Frauen eingeführt und das Bafög tritt in Kraft). Und: Herr Pfarrer Ritter ruft öffentlich in einem feierlichen Gottesdienst den Arbeitskreis Behinderter an der Christuskirche aus.

Dieser Gründung vorausgegangen war der bereits Anfang der 60er Jahre dringend vorgetragene Wunsch von jungen Menschen mit geistiger Behinderung und ihrer Eltern einer Teilnahme am Konfirmationsunterricht in der Christusgemeinde.

Hier wurde zum ersten Mal die christliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung thematisiert und schließlich auch umgesetzt, mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung stärker in das Gemeinwesen einzubinden.

Dies führte dazu, dass Anfragen aus ganz Deutschland eingingen, die sich darauf konzentrierten, Informationen darüber zu erhalten, wie man denn einen gemeinsamen Konfirmationsunterricht mit und ohne Handicap gestalten kann.

In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten entwickelte sich die Arbeit des ABC seit 1981, unter Trägerschaft des Diakonischen Werkes, immer mehr zu einem vielfältigen und interessanten Bildungsangebot und zu einem bunten Freizeitangebot. Von kreativen Kursen zur Erwachsenenbildung, offenen Veranstaltungen wie Disco, Kulturcafé, Wanderungen und Besichtigungen, Möglichkeiten an Freizeitgruppen teilzunehmen oder auch das Angebot, tolle Reisen zu unternehmen. All das bietet ABC.

Und diese außerordentlichen vielfältigen Angebote werden jede Woche von mehreren hundert Menschen im Alter zwischen 10 und 77 Jahren dankbar und interessiert genutzt.

Was zur Zeit in aller Munde ist, nämlich der Inklusionsgedanke, ist genau das, was im Arbeitskreis Behinderter in der Christuskirche schon seit vielen Jahrzehnten gelebt wird. 40 Jahre ABC ist auch ein vorbildliches Beispiel für die positiv verlaufende Verknüpfung von sozialem und gemeindlich-diakonischem Handeln. Es gibt bei ABC kein "sich verstecken", hier treten die Protagonisten in die Öffentlichkeit, sogar - im wahrsten Sinne des Wortes - auf die offene Bühne, so wie die wunderbaren "Schattenspringer" oder die fetzige integrative Band "Galgenhumor".

Das 30-jährige Jubiläum wurde unter dem Zeichen der Sonnenblume als Symbol für die Vielfältigkeit des Lebensraumes gefeiert. Heute sehen wir, dass die Sonnenblume noch höher gewachsen ist und noch intensiver leuchtet.

Gute Arbeit kann nicht allein durch Engagement und Idealismus gedeihen...es braucht auch finanzielle Unterstützung. Daher bezuschusst die Stadt Freiburg den Arbeitskreis Behinderter an der Christuskirche mit seinem familienentlastenden Dienst durch Fördergelder, denn wir sind von der Arbeit von ABC überzeugt.

Abschließend wünschte ich dem ABC alles Gute und gab meiner Hoffnung Ausdruck, dass - ohne mich in kircheninterne Angelegenheiten einmischen zu wollen - bei den kircheninternen Diskussionen um die Zukunft des Gebäudes auch eine gute Lösung für den ABC gefunden wird.

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05.08.2011
13:59

Verabschiedung von Herrn Dr. Ludwig

Am 27.07.2011 fand im Museum für Neue Kunst die Verabschiedung von
Herrn Dr. Ludwig statt. Ich würdigte als Kulturbürgermeister und für die
Stadt Freiburg sein über 30j-ähriges Wirken für die Stadt Freiburg.
Mehr als 25 Jahre hat Dr. Joch Ludwig das Museum für Neue Kunst
mitgeprägt, hat dem Museum für Neue Kunst ein Gesicht gegeben und war
auch die letzten 25 Jahre das Kontinuum.
Dr. Jochen Ludwig hat nämlich schon bei der Gründung entscheidend
mitgewirkt, als Prof. Hofstätter ein eigenes Haus für die Moderne
propagierte.

Das Museum für Neue Kunst ist aus dem Augustinermuseum erwachsen und
mittlerweile erwachsen geworden. Es ist gut geführt und seit mehr als 25
Jahren sehr erfolgreich. Dieses ist Dr. Jochen Ludwig zu verdanken, der
das Haus sei Anbeginn geleitet hat.

Nach seinen Tätigkeiten an der renommierten Kunsthalle Baden-Baden kam
Dr. Jochen Ludwig 1979 nach Freiburg, wurde von Prof. Hans Hofstätter
als Wissenschaftlicher Mitarbeiter eingestellt. Als die Idee reifte, ein
neues Museum für Moderne Kunst zu begründen, wurde Dr. Ludwig mit dieser
wichtigen Aufgabe beauftragt.

1984 wurde das neue Museum eröffnet. Die Neueinrichtung des Hauses in
der ehemaligen Mädchenschule in der Adelhausen-Stiftung war ein
wichtiger Schritt für Freiburg. Endlich bekam die Kunst von der
klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst ein 'eigenes
Zuhause'.

Dr. Ludwig hat auch von Anfang an den schwierigen Spagat gemeistert
einen Weg zu finden zwischen der publikumsträchtigen klassischen Moderne
und der aktuellen Kunst, die sich nicht jedem immer sofort erschließt.
Hier war es ein großer Vorteil, dass Dr. Ludwig auch als Vermittler
gearbeitet hat und ihm dieser Bereich der Museumsarbeit immer wichtig
geblieben ist.

Wie leidenschaftlich sich Herr Dr. Ludwig sich der Ermittlungsarbeit
gewidmet hat, lässt sich auch an der Kunstführung am frühen Morgen
(sogen. Frühkunst) ablesen, die bis zur letzten Führung nichts an
Wirkungskraft und Faszination verloren hat.

In seinen Ausstellungen hat sich Herr Dr. Ludwig auch immer wieder auf
die Struktur der Sammlung bezogen. Die Region war ihm wichtig, deswegen
hat er immer wieder bedeutende Künstlerinnen und Künstler aus Baden im
Museum für Neue Kunst ausgestellt.

Erinnert sei an Ausstellungen wie „Von Seerosen zu Lo-Shu-Quadraten“
von Bernd Völkle im Jahr 2009, Klaus Merkel im Jahr 1986, oder Rudolf
Dischinger zu einem 100. Geburtstag im Jahr 2005.

Neben der Region standen auch Themen, die weit über Baden
hinausführten, an. Erwähnenswert ist hier insbesondere die
Ausstellung „iran.com“, die bundesweit Aufsehen erregte. Daneben
zählten gewagte Experimente zu Jochen Ludwig, wie 1991 die
Ausstellung „von hinten“, in der die Rückseiten von Gemälden eine
Rolle spielen.

Wir hatten ja auch einen Restitutionsfall des DIX-Gemäldes, der den
Kern der Sammlung in einem wichtigen kleinen Bestand im Museum für Neue
Kunst, dem des deutschen Expressionismus, bedrohte. Dank des Einsatzes
von Herrn Dr. Ludwig, aber auch Dank des Willens und des Mutes der Stadt
Freiburg ist es gelungen diese Bild in der Sammlung des MNK zu halten
(mehr als 300.000 Euro investierte die Stadt aus städtischen
Haushaltsmitteln).

In die Amtszeit von Jochen Ludwig fallen auch wichtige Erwerbungen.
Oftmals hat Dr. Jochen Ludwig Ausstellungen genutzt, um die Sammlungen
zu erweitern, wie jüngst bei Katharina Grosse und Thomas Ruff. Dies war
allerdings nur möglich durch den Freundeskreis des Museums für Neue
Kunst, der die Erwerbungen finanzierte.

Hier dankte ich auch nochmals dem Vorstand des Freundeskreises mit dem
Vorsitzenden Her Hassel und der stellv. Vorsitzenden Frau Dr. Kiefer
sowie dem gesamten Vorstand für das Engagement.

Ich gab auch meiner Freude darüber Ausdruck, dass der Gemeinderat in
seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause Frau Dr. Litz zu der
Nachfolgerin von Herrn Dr. Ludwig gewählt hat.

Ich bin mir sicher, dass wir mit der Projektleiterin der documenta 13
eine würdige Nachfolgerin gefunden haben, die Manches weiterführen, aber
sicher auch Neues entwickeln wird.

Zum Abschluss dankte ich Herrn Dr. Ludwig für seinen Einsatz und für
sein Engagement der weit über das Übliche hinausging und wünschte ihm
für seine neue Lebensphase, in der er sich sicher auch noch stark der
Kunst widmen wird, alles Gute.

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