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02.11.2011
15:27

Jubiläum des Arbeitskreises Behinderter an der Christuskirche

Am 8. Oktober 2011 fand das 40-jährige Jubiläum des Arbeitskreises Behinderter an der Christuskirche statt.

Zum Jubiläum überbrachte ich die Gratulation für die Stadt Freiburg.

Ich rief in Erinnerung, was im Jahr 1971 welt- und bundespolitisch alles passiert ist (Brandt hat den Friedensnobelpreis erhalten, in der Schweiz wird das aktive und passive Wahlrecht für Frauen eingeführt und das Bafög tritt in Kraft). Und: Herr Pfarrer Ritter ruft öffentlich in einem feierlichen Gottesdienst den Arbeitskreis Behinderter an der Christuskirche aus.

Dieser Gründung vorausgegangen war der bereits Anfang der 60er Jahre dringend vorgetragene Wunsch von jungen Menschen mit geistiger Behinderung und ihrer Eltern einer Teilnahme am Konfirmationsunterricht in der Christusgemeinde.

Hier wurde zum ersten Mal die christliche Teilhabe von Menschen mit Behinderung thematisiert und schließlich auch umgesetzt, mit dem Ziel, Menschen mit Behinderung stärker in das Gemeinwesen einzubinden.

Dies führte dazu, dass Anfragen aus ganz Deutschland eingingen, die sich darauf konzentrierten, Informationen darüber zu erhalten, wie man denn einen gemeinsamen Konfirmationsunterricht mit und ohne Handicap gestalten kann.

In den darauffolgenden Jahren und Jahrzehnten entwickelte sich die Arbeit des ABC seit 1981, unter Trägerschaft des Diakonischen Werkes, immer mehr zu einem vielfältigen und interessanten Bildungsangebot und zu einem bunten Freizeitangebot. Von kreativen Kursen zur Erwachsenenbildung, offenen Veranstaltungen wie Disco, Kulturcafé, Wanderungen und Besichtigungen, Möglichkeiten an Freizeitgruppen teilzunehmen oder auch das Angebot, tolle Reisen zu unternehmen. All das bietet ABC.

Und diese außerordentlichen vielfältigen Angebote werden jede Woche von mehreren hundert Menschen im Alter zwischen 10 und 77 Jahren dankbar und interessiert genutzt.

Was zur Zeit in aller Munde ist, nämlich der Inklusionsgedanke, ist genau das, was im Arbeitskreis Behinderter in der Christuskirche schon seit vielen Jahrzehnten gelebt wird. 40 Jahre ABC ist auch ein vorbildliches Beispiel für die positiv verlaufende Verknüpfung von sozialem und gemeindlich-diakonischem Handeln. Es gibt bei ABC kein "sich verstecken", hier treten die Protagonisten in die Öffentlichkeit, sogar - im wahrsten Sinne des Wortes - auf die offene Bühne, so wie die wunderbaren "Schattenspringer" oder die fetzige integrative Band "Galgenhumor".

Das 30-jährige Jubiläum wurde unter dem Zeichen der Sonnenblume als Symbol für die Vielfältigkeit des Lebensraumes gefeiert. Heute sehen wir, dass die Sonnenblume noch höher gewachsen ist und noch intensiver leuchtet.

Gute Arbeit kann nicht allein durch Engagement und Idealismus gedeihen...es braucht auch finanzielle Unterstützung. Daher bezuschusst die Stadt Freiburg den Arbeitskreis Behinderter an der Christuskirche mit seinem familienentlastenden Dienst durch Fördergelder, denn wir sind von der Arbeit von ABC überzeugt.

Abschließend wünschte ich dem ABC alles Gute und gab meiner Hoffnung Ausdruck, dass - ohne mich in kircheninterne Angelegenheiten einmischen zu wollen - bei den kircheninternen Diskussionen um die Zukunft des Gebäudes auch eine gute Lösung für den ABC gefunden wird.

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05.08.2011
13:59

Verabschiedung von Herrn Dr. Ludwig

Am 27.07.2011 fand im Museum für Neue Kunst die Verabschiedung von
Herrn Dr. Ludwig statt. Ich würdigte als Kulturbürgermeister und für die
Stadt Freiburg sein über 30j-ähriges Wirken für die Stadt Freiburg.
Mehr als 25 Jahre hat Dr. Joch Ludwig das Museum für Neue Kunst
mitgeprägt, hat dem Museum für Neue Kunst ein Gesicht gegeben und war
auch die letzten 25 Jahre das Kontinuum.
Dr. Jochen Ludwig hat nämlich schon bei der Gründung entscheidend
mitgewirkt, als Prof. Hofstätter ein eigenes Haus für die Moderne
propagierte.

Das Museum für Neue Kunst ist aus dem Augustinermuseum erwachsen und
mittlerweile erwachsen geworden. Es ist gut geführt und seit mehr als 25
Jahren sehr erfolgreich. Dieses ist Dr. Jochen Ludwig zu verdanken, der
das Haus sei Anbeginn geleitet hat.

Nach seinen Tätigkeiten an der renommierten Kunsthalle Baden-Baden kam
Dr. Jochen Ludwig 1979 nach Freiburg, wurde von Prof. Hans Hofstätter
als Wissenschaftlicher Mitarbeiter eingestellt. Als die Idee reifte, ein
neues Museum für Moderne Kunst zu begründen, wurde Dr. Ludwig mit dieser
wichtigen Aufgabe beauftragt.

1984 wurde das neue Museum eröffnet. Die Neueinrichtung des Hauses in
der ehemaligen Mädchenschule in der Adelhausen-Stiftung war ein
wichtiger Schritt für Freiburg. Endlich bekam die Kunst von der
klassischen Moderne bis zur zeitgenössischen Kunst ein 'eigenes
Zuhause'.

Dr. Ludwig hat auch von Anfang an den schwierigen Spagat gemeistert
einen Weg zu finden zwischen der publikumsträchtigen klassischen Moderne
und der aktuellen Kunst, die sich nicht jedem immer sofort erschließt.
Hier war es ein großer Vorteil, dass Dr. Ludwig auch als Vermittler
gearbeitet hat und ihm dieser Bereich der Museumsarbeit immer wichtig
geblieben ist.

Wie leidenschaftlich sich Herr Dr. Ludwig sich der Ermittlungsarbeit
gewidmet hat, lässt sich auch an der Kunstführung am frühen Morgen
(sogen. Frühkunst) ablesen, die bis zur letzten Führung nichts an
Wirkungskraft und Faszination verloren hat.

In seinen Ausstellungen hat sich Herr Dr. Ludwig auch immer wieder auf
die Struktur der Sammlung bezogen. Die Region war ihm wichtig, deswegen
hat er immer wieder bedeutende Künstlerinnen und Künstler aus Baden im
Museum für Neue Kunst ausgestellt.

Erinnert sei an Ausstellungen wie „Von Seerosen zu Lo-Shu-Quadraten“
von Bernd Völkle im Jahr 2009, Klaus Merkel im Jahr 1986, oder Rudolf
Dischinger zu einem 100. Geburtstag im Jahr 2005.

Neben der Region standen auch Themen, die weit über Baden
hinausführten, an. Erwähnenswert ist hier insbesondere die
Ausstellung „iran.com“, die bundesweit Aufsehen erregte. Daneben
zählten gewagte Experimente zu Jochen Ludwig, wie 1991 die
Ausstellung „von hinten“, in der die Rückseiten von Gemälden eine
Rolle spielen.

Wir hatten ja auch einen Restitutionsfall des DIX-Gemäldes, der den
Kern der Sammlung in einem wichtigen kleinen Bestand im Museum für Neue
Kunst, dem des deutschen Expressionismus, bedrohte. Dank des Einsatzes
von Herrn Dr. Ludwig, aber auch Dank des Willens und des Mutes der Stadt
Freiburg ist es gelungen diese Bild in der Sammlung des MNK zu halten
(mehr als 300.000 Euro investierte die Stadt aus städtischen
Haushaltsmitteln).

In die Amtszeit von Jochen Ludwig fallen auch wichtige Erwerbungen.
Oftmals hat Dr. Jochen Ludwig Ausstellungen genutzt, um die Sammlungen
zu erweitern, wie jüngst bei Katharina Grosse und Thomas Ruff. Dies war
allerdings nur möglich durch den Freundeskreis des Museums für Neue
Kunst, der die Erwerbungen finanzierte.

Hier dankte ich auch nochmals dem Vorstand des Freundeskreises mit dem
Vorsitzenden Her Hassel und der stellv. Vorsitzenden Frau Dr. Kiefer
sowie dem gesamten Vorstand für das Engagement.

Ich gab auch meiner Freude darüber Ausdruck, dass der Gemeinderat in
seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause Frau Dr. Litz zu der
Nachfolgerin von Herrn Dr. Ludwig gewählt hat.

Ich bin mir sicher, dass wir mit der Projektleiterin der documenta 13
eine würdige Nachfolgerin gefunden haben, die Manches weiterführen, aber
sicher auch Neues entwickeln wird.

Zum Abschluss dankte ich Herrn Dr. Ludwig für seinen Einsatz und für
sein Engagement der weit über das Übliche hinausging und wünschte ihm
für seine neue Lebensphase, in der er sich sicher auch noch stark der
Kunst widmen wird, alles Gute.

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10.06.2011
08:38

40. Geburtstag Experimentalstudio des SWR

Am Samstag, den 04.06.2011 feierte das Experimentalstudio des SWR seinen
40. Geburtstag mit einem außergewöhnlichen Festkonzert (mit Stücken u.a.
Luigi Nono, Karlheinz Stockhausen, André Richard, Pierre Boulez und
Brian Ferneyhough). Ich übermittelte die herzlichsten Glückwünsche zum
40-jährigen Bestehen und erfolgreichen Wirken des Experimentalstudios
Freiburg.

Als das Experimentalstudio 1972 in der Kyburg in Günterstal im Stillen
seine Arbeit aufnahm, war die kulturelle Bedeutung, die von dieser
Institution ausging, für viele kaum messbar. Für die Musikwelt wurde das
Experimentalstudio aber schnell zu einem Geheimtipp. Bereits die ersten
elektronischen Realisationen führten das Studio nach New York, London,
Wien und Rom und das Interesse an der Arbeit des Experimentalstudios hat
seitdem nie mehr nachgelassen und auf sehr wirkungsvolle Weise prägt das
Experimentalstudio seither das kulturelle Leben unserer Stadt.

Freiburg darf sich zu Recht Musikstadt nennen und beheimatet viele
hochcharätige und überregional tätige Ensembles. Zu diesem Ruf einer
Musikstadt hat das Experimentalstudio, das jetzt seit 40 Jahren in
Freiburg wirkt, einen nicht unwesentlichen Teil beigetragen, denn
Freiburg ist unter anderem auch durch das Experimentalstudio auch
Zentrum der Neuen Musik. Seine Arbeit strahlt in die Stadt und
bereichert den Musikstandort Freiburg, aber auch die gesamte Musikszene.
Freiburg ist stolz auf diese in der ganzen Welt anerkannten Einrichtung
und wir sind froh, sie hier in Freiburg beheimatet zu wissen.

Gerne unterstützt die Stadt Freiburg deshalb auch das Experimentalstudio
finanziell und ich sagte auch für die Zukunft die weitere Unterstützung
der Stadt Freiburg zu.

Erstaunlich ist, dass das Experimentalstudio in diesen 40 Jahren mit nur
drei Leitern auskam, aus Hanspeter Haller, André Richard und Detlef
Heusinger.

Dem Experimentalstudio, Herrn Heusinger und seinem Team wünschte ich für
die Zukunft alles Gute, fortwährendes, fruchtbares Schaffen die uns als
Zuhörer immer wieder neue Klangerlebnisse verschaffen.

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06.06.2011
08:35

80. Geburtstag Herr Wilhelm Oberle

Ende Mai feierte der Stifter der Wilhelm-Oberle-Stiftung seinen 80.
Geburtstag. Ich hatte die Ehre, Herrn Oberle im Namen der Stadt Freiburg
zu gratulieren. Mit der Gründung der Oberle-Stiftung vor 22 Jahren - für
benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Region - durch
Einzelfallhilfen in besonderen Lebens- und Notlagen - und durch
Entwicklungs- und Nothilfeprojekte in Südamerika nd Ostafrika - hatte
Oberle viel Gutes für Kinder und Menschen und für soziale Projekte in
der Stadt Freiburg und der Region bewirkt und ausgelöst. Dafür dankte
ich ihm ganz herzlich.

Oberle hat früh erkannt, dass sich mit Reichtum viel Gutes machen lässt,
statt sich immer mehr und weiter zu bereichern. Zu den Grundsätzen der
Stiftung gehört die Selbsthilfe; denn wer stiftet will anstiften, will
zum Engagement anregen und will ein praktisches Vorbild abgeben.

Gegenüber Herrn Hupka von der Badischen Zeitung hat Herr Oberle
herausgestellt, dass viele Leute, gerade die Erfolgreichen, den eigenen
Anteil am Erfolg überschätzen und dass sie die Umstände, das Glück und
die Zufälligkeiten oft vernachlässigen.

Herr Oberle hat in seinem Leben vieles erreicht, was er als Kind und
Jugendlicher in seinen kühnsten Träumen nicht geahnt hat. Herr Oberle
hat dabei niemals den Boden unter den Füßen verloren. Diese Ehrlichkeit
sich selbst gegenüber macht ihn authentisch und liebenswert zugleich.

Sein Stolz steckt nicht in seiner Person, sondern in seiner Stiftung und
in dem Wirken der Stiftung. Er protzt nicht mit dem was er tut; Herr
Oberle putzt sich und seine Wichtigkeit nicht heraus. Er schmückt sich
nicht mit fremden Federn, sondern setzt sich mit seiner ganzen Person
ein in unserer Stadt, in unserer Region, aber auch in Südamerika und
Ostafrika.

Oberle stiftete stets zum praktischen Arbeiten an und unterstützt wo er
kann.

Wir können alle froh sein, eine solche private Stiftung in unserer
Region zu haben. Mögen Herrn Oberle noch viele glückliche und erfüllte
Jahre vergönnt sein.

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28.04.2011
17:55

Verleihung des Preises der Solidarenergie am 06.04.2011 im Vorderhaus

Am 06.04. konnten ich und zahlreiche Gäste erleben, wie schnell und
erfolgreich eine Idee verwirklicht werden kann. Eine Idee, die
ökologisches Engagement und wirtschaftliches Handeln beispielhaft mit
sozialer Verantwortung und Förderung der Kultur verbindet. Ein durch und
durch zukunftsfähiges Projekt.
Der Anstoß ging von den Kooperationspartnern Volksbank Freiburg,
Elektrizitätswerke Schönau (EWS) und "Vorderhaus - Kultur" - aus.

Die Idee, regenerativen Strom zu erzeugen und aus den damit erzielten
Erlösen soziales und kulturelles Engagement in der Region zu fördern,
konnte mit der Gründung des Vereins Solidarenergie e.V. im Sommer 2010
verwirklicht werden. Hauptaufgabe des Vereins ist es, Privatpersonen,
Firmen oder Institutionen zu finden, die bereit sind Dächer zu
vermieten, auf denen die Energiewerke Schönau (zum Selbstkostenpreis)
Photovoltaikanlagen installieren und betreiben können. Dies alles ist
dem Verein Solidarenergie in dieser kurzen Zeit, seit dem Sommer 2010,
in beispielhafter Weise gelungen.

Die am letzten Mittwoch zu vergebenden Fördermittel und das Preisgeld
werden aus Erträgen zur Verfügung gestellt, die aus dem Betrieb der
Photovoltaikanlagen, wie beispielsweise auf der Edith-Stein-Schule, auf
dem Gymnasium Schönau und auf dem Neubau der Elektrizitätswerke Schönau, Strom erwirtschaftet werden.
Die Erlöse aus diesen Anlagen und die zusätzliche, jährliche Spende,
nochmals in Höhe der erzielten Erlöse durch die Volksbank Freiburg,
ergeben für das Jahr 2010 die Summe von 10.000 Euro.
Mit diesem Geld fördert der Verein Personen oder Gruppen aus dem
Kultur- und Sozialbereich und verleiht den Preis der Solidarenergie.

Als Kultur- und Sozialbürgermeister der Stadt unterstütze ich den
Förderverein und habe dies auch mit meinem Beitritt in den
Förderverein schon kund getan, dass die Idee und die damit
verbundenen Effekte zukunftsweisend und modellhaft die vier Dimensionen
einer neuen Nachhaltigkeit (ökonomisch, ökologisch, sozial und
kulturell) vereinen.

Die zur Förderung anstehenden Gruppierungen und Vereine (Freiburger
Blasorchester Haslach, Projekt Mehrgenerationenwohnen Weingarten,
Heilsarmee Freiburg, Wildwasser Freiburg, Kinderabenteuerhof Freiburg,
FriGa Freiburg, Club 55 Freiburg, Kinder- und Jugendtreff Haslach,
Disco-Club Staufen und Jugendkulturförderverein Breisach) waren gut
ausgewählt. Auch die diesjährigen Preisträger, dem früheren Rektor der
Musikhochschule Freiburg, Prof. Schaarschmidt, der seit vielen Jahren
Vorsitzender der Straßenschule ist und hier in den letzten Jahren viel
Positives bewirkt hat, gilt mein Glückwunsch. Der Rektor der
Evangelischen Hochschule, Prof. Marquard, hat eine hervorragende und
unter die Haut gehende Laudatio auf Prof. Schaarschmidt gehalten.

Ich wünsche der Idee weiter eine starke Ausbreitung und den Bau vieler
neuer Solaranlagen auf den Dächern der Region. Ich hoffe, dass in den
kommenden Jahren noch so viele Projekte im Sozial- und Kulturbereich
gefördert werden können. Wir können beides - viele neue Solaranlagen
und die Förderung sozialer und kultureller Initiativen - gut gebrauchen.
Mit jeder weiteren Dachfläche erhöht sich der Beitrag zum Klimaschutz
ebenso wie der Förderbeitrag.

Ich wünsche dem Team des Vereins Solidarenergie e.V., den ehrenamtlich
tätigen Mitgliedern weiterhin ein erfolgreiches Wirken.

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10.02.2011
20:55

Das Theater Freiburg ist 100

Nachdem die Hälfte der Jubiläumsspielzeit des Theaters Freiburg mit
vielen herausragenden und diskussionswürdigen Inszenierungen und
Projekten (ich erinnere nur an den fulminanten 'Ring der Nibelungen')
vorüber ist, will ich die Gelegenheit nutzen, dem Theater Freiburg für
sein 100jähriges Jubiläum am jetzigen Standort, ganz herzlichen zu
gratulieren.

Das Theater Freiburg ist 100 und birgt doch so viel mehr, als 100 Jahre
Theatergeschichte.

Einst haben die Freiburger Bürgerinnen und Bürger für die Einrichtung
des Hauses gekämpft, für ein Theater mit Zukunft. Und die Zeit nach dem
Krieg, als das ausgebombte Theater schnell wieder aufgebaut wurde, hat
gezeigt, dass dieses bürgerschaftliche Engagement in der Gründerzeit
nicht eine einmalige Sache war. Die Freiburgerinnen und Freiburger
wissen, was sie an ihrem Theater haben.

Das Theater Freiburg hat sich in den Jahrzehnten der kontinuierlichen
Arbeit einen ausgezeichneten Ruf erworben, der weit über die Stadt
hinausgeht. Es ist nicht nur ein Ort der theatralen Inszenierungen, der
Unterhaltung. Heute diskutiert das Theater über die Stadt und über die
Gesellschaft der Zukunft und nimmt dabei eine wichtige Rolle als
öffentlichen Ort ein, auch als lebendiges und strahlkräftiges
Zentrum.

Die Theatermacher suchen den Austausch und die Kooperation mit Menschen
und Instiutionen in der Stadt, aber auch auf nationaler und
internationaler Ebene. Sie thematisieren gesamtgesellschaftlich
relevante Fragen und tragen so zu einem Zukunftsdiskurs bei, der alle
miteinbeziehen will. Auch diejenigen, die das Theater neu für sich
entdecken und bisher noch keinen Zugang hatten. Dafür geht das Theater
Freiburg unter seiner Intendantin Barbara Mundel neue Wege, kreiert in
allen Sparten neue künstlerische Ausdrucksformen und zeigt Mut, auch zu
unbequemen Themen. Vom Bettlerchor über künstlerische Partnerschaften
z.B. mit Istanbul und TelAviv bis hin zur Hirnforschung - die
Verantwortlichen Menschen im Theater gehen mit einer unvorbelasteten
Neugier und Offenheit an unsere Welt heran, die beispielhaft ist und so
zukunftsträchtig, wie es sich die Initiatoren dieses Hauses vor 100
Jahren gewünscht haben.

Wir brauchen dieses Theater, weil es unsere Stadt bereichert und
inspiriert, weil es Inhalte vermittelt auf zeitgemäße, intelligente und
auch sinnliche Art. Wir können stolz sein auf unser Theater Freiburg -
es ist unverzichtbar

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05.02.2011
20:00

Bündnis gegen Depression

Am 31.01.2011 fand im überfüllten Winterer-Foyer des Theaters Freiburg
die Auftaktveranstaltung "Bündnis gegen Depression" in Freiburg statt.
Als Sozialbürgermeister hat es mich besonders gefreut, dass dieser
Auftakt ein so reges Interesse geweckt hat. Bereits im Jahr 2007 wurde
die Stadtverwaltung aufgrund einer überdurchschnittlich hohen Suizidrate
in der Stadt Freiburg, teils auch in den umliegenden Landkreisen, auf
die spezielle Lage von Menschen in Lebenskrisen und von depressiven
Menschen verstärkt aufmerksam. Auch wenn die Zahl der Suizide leicht
zurückging, so liegt sie doch weiter über dem Landesdurchschnitt und
fordert uns alle zum Handeln auf.

Von Seiten der Stadt halten wir daher ein langfristig wirksames Projekt
wie das "Bündnis gegen Depression" für außerordentlich wichtig, um auf
die Situation von Menschen mit Depressionen aufmerksam zu machen. Wir
freuen uns sehr, dass mit der Gründung des Vereins im April 2010 die
Grundlage für die Umsetzung dieses - auch in einigen anderen Städten
durchgeführten - Projektes nun auch in Freiburg geschaffen werden
konnte.

Das Depressionen in den letzten Jahren gesamtgesellschaftlich im Leben
jedes Einzelnen wieder eine zunehmende Rolle spielen, machen die Zahlen
sowohl der Krankenkassen hinsichtlich der Arbeitsunfähigkeit von
psychischen Erkrankungen als auch Einzelschicksale, wie die von Robert
Enke, leider nur all zu oft deutlich.
Sowohl im Vortrag von Prof. Berger - "Depression, Willensschwäche oder
Krankheit?" - und im Gespräch von Michael Brendler von der Badischen
Zeitung mit dem ehemaligen Bundeligaprofi, Andreas Biermann, wurden
diese Aspekte bei der Veranstaltung noch direkter beleuchtet.

Nach wie vor müssen wir jedoch leider davon ausgehen, dass die
Informationen zu depressiven Erkrankungen und das Wissen um
Hilfemöglichkeiten nicht ausreichend im Alltagswissen der Bürgerinnen
und Bürger verankert ist.

Dies zu ändern hat sich das "Freiburger Bündnis gegen Depression" bis
Ende 2013 zur Aufgabe gestellt.

Bündnisse sind gekennzeichnet durch ein gemeinsames Ziel von
gleichberechtigten Partnern und die Bildung von Allianzen. In Allianzen
verbinden sich Partner zudem in langfristigen Kooperationen.

All dies kennzeichnet bereits jetzt die Arbeit des Freiburger
Bündnisses gegen Depression:

- Durch die Ausbildung von 15 Trainerinnen und Trainern mit
unterschiedlichen Berufen im Hintergrund ist Grundlage für die
Durchführung von Informations- und Fortbildungsveranstaltungen in
vielen gesellschaftlichen Bereichen bereits gelegt.

- Öffentlichkeitsarbeit in öffentlichen Veranstaltungen, wie z.B.
Vorträge und Filmvorführungen, werden in den nächsten Monaten das
Thema "Depression" in den Mittelpunkt stellen.

Dies alles ist ausgelegt auf eine breite Beteiligung der Freiburger
Bevölkerung:
- sei es als Kooperationspartner
- Teilnehmender an Veranstaltungen, als Angehöriger oder Betroffener.

Wir hoffen von Seiten der Stadt, dass all diese Aktivitäten in den
nächsten 2-3 Jahren zu einem offeneren und aufgeklärteren Umgang mit
der für viele Menschen betreffende Krankheit der Depression führen
wird.

Aus der Überzeugung heraus, dass die Bewohnerinnen und Bewohner
Freiburgs auf vielen Ebenen von diesem Projekt profitieren werden, sind
die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung an vielen
Stellen darauf ausgerichtet, dem Projekt jedwede Form der Unterstützung
zuteil werden zu lassen. Wir sehen uns als einen der Kooperationspartner
in der Allianz.

Ausdrücklich bedankte ich mich bei Frau Hirth, Herrn Prof. Dr. Berger
und Herrn Prof. Dr. Haag für die Initiierung dieses Projektes. Daneben
dankte ich auch den vielen Menschen, die schon jetzt durch ihre aktive
Beteiligung am Bündnis mitwirken.

Mit dieser Auftaktveranstaltung wurde ein weiterer Anstoß für die
Menschen in Freiburg gegeben:
Für eine aktive Beteiligung, Interesse an Veranstaltungen zum Thema
oder eine finanzielle Unterstützung des Bündnisses.

Mein Dank ging auch an die von Prof. Gerd Heinz selbst vorgetragenen
und initiierten künstlerischen Beiträge in Form von Gesang durch Ursula
Eittinger, Christoph Waltle und Prof. Hans-Peter Müller am Klavier.

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